Appetitlosigkeit mit grosser Schwäche – ein Fallbericht

Aus: Der Heilpraktiker & Volksheilkunde, Ausgabe 08/2006
Autorin: Angelika Lex

Mir wird im März 2003 die kleine Julia, knapp vier Jahre alt, vorgestellt. Die Mutter berichtet, seit einem kürzlichen Klinikaufenthalt hat Julia so gut wie keinen Appetit und nimmt immer mehr ab. Im weiteren Verlauf der Anamnese erfahre ich, dass Julia zu große Mandeln hat und seit ihrer Erkrankung sehr schwer atmet. Julia hat alle Impfungen bekommen.

Julia kam als so genannte “Spontangeburt” auf die Welt. Sie wurde nicht gestillt. Mit 2 Jahren bekamt Julia eine Otitis media, die mit Antibiotika behandelt wurde. Mit 3 Jahren bekam sie die Windpocken und hat diese gut überstanden. 

Das Kind wird zuhause dreisprachig erzogen. polnisch, portugiesisch und deutsch. Julias Mutter ist Hebamme. Julia ist ein zartes, sehr durchscheinendes Kind. Sie trägt ein Brille. Ich empfinde sie als sehr schüchtern. Sie kann sehr gut alleine spielen. Sie will es jedem Recht machen, sie ist mit allem sehr vorsichtig. Hin und wieder ist sie aber sehr jähzornig. Julia reist gerne und isst am liebsten Eier. Mit 5 Monaten litt sie unter massiver Verstopfung. Ich ziehe Phosphor, Silicea und Calcium carbonicum in Betracht.

Anfang des Jahres bekam Julia Scharlach, der mit Antibiotika behandelt wurde. Unmittelbar nach Beendigung der Antibiotika-Behandlung bekam Julia eine durch Streptokokken verursachte Angina, die wiederum mit Antibiotika behandelt wurde. Julia wurde vor kurzem aus dem Krankenhaus als geheilt entlassen, nachdem sie dort eine heftige Influenza, die mit sehr hohem Fieber, starkem Schweiß sowie Durchfall und Erbrechen einherging. Seit dem hat sie auch keinen Appetit mehr und nimmt weiterhin ab.
Ich entscheide mich wegen des großen Säfteverlustes für China C 30 täglich 1 Globuli über einen Zeitraum von einer Woche.

Die Mutter und ich verabreden zunächst eine telefonische Rückmeldung nach 10 Tagen.
Julia geht es bereits besser, der Appetit ist jetzt auch schon besser geworden. Vor allem ist das Kind wesentlich lebhafter geworden. Ich verordne Silicea Biochemie DHU in der D 12 morgens und abends je 2 Tabletten.

Folgekonsultation 6 Wochen später:
Julia ist seit der Behandlung viel aufgeschlossener und selbstbewußter geworden. Sie isst wesentlich besser und sie ist nicht mehr so jähzornig. Ihr Stuhlgang ist normal. Julia hat jetzt aber starken Husten, der schleimig ist und in der Bettwärme schlimmer wird. Sie schwitzt jetzt nachts ziemlich stark und der Schweiß riecht säuerlich und erinnert an “Maggi”. Ich verordne Calcium carbonicum C 30 in der ersten Woche über 3 Tage je 1 Globuli. In der zweiten Woche über 3 Tage Calcium Carbonicum C 200 über 3 Tage je 1 Globuli. Die Familie fährt mit dieser Verordnung in den Urlaub. 

Wir sehen uns dann noch einmal zu einer Behandlung ca. 4 Wochen später. Julia geht es sehr gut. Sie hat einen gesunden Appetit, schläft gut und hat sich so gut entwickelt, dass sich die Mutter hier erst einmal von mir dankend verabschiedet. Ich schließe die Behandlung mit einer 1 x Gabe Calc. Carb. C 1000. ab.

Angelika Lex, Juni 2003